Marburgs wirtschaftliches Rückgrat – und eine Standortpolitik, die zu spät kommt
Rund 80 Prozent der Marburger Gewerbesteuer und rund 7.000 Arbeitsplätze hängen an einem einzigen Ort: dem Pharmastandort auf dem Gelände der früheren Behringwerke. Emil von Behring baute hier 1904 mit seinem Nobelpreisgeld die erste Impfstofffabrik der Welt – und legte das Fundament für das, was heute CSL Behring, Siemens Healthineers, BioNTech, GSK und andere tragen.
Umso erstaunlicher, wie beiläufig die Stadt mit diesem Rückgrat umgeht. Dieses Dossier bündelt meine Analysen: von der Anfang 2023 verlorenen Ansiedlung, weil keine Flächen bereitstanden, über den „Masterplan Behring-Standort", der ein Bekenntnis ohne Zeitplan blieb, bis zur Frage, ob Marburg in zehn Jahren noch ein Pharmastandort ist, der diesen Namen verdient.
Teil 1 Wenn der Boden unter den Füßen fehlt
Wie Marburg Anfang 2023 eine Pharma-Ansiedlung verlor – weil schlicht keine Flächen da waren.
Teil 2 Der Masterplan, der keiner war
Der „Masterplan Behring-Standort" von 2020: 245 Seiten Bestandsaufnahme – aber keine Flächensicherung.
Teil 3 Zwei Pläne, zwei Maßstäbe
Wie sorgfältig die Stadt MoVe 35 plante – und wie beiläufig den Standort, der 80 Prozent der Gewerbesteuer trägt.
Teil 4 Jetzt handeln
Was Marburg braucht: ein Standortentwicklungskonzept mit Zielen, Beteiligung und verbindlichem Zeitplan.